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Neues Modell für Schulbegleitungen wird eingeführt

Schulbegleiter oder auch Integrationshelfer, unterstützen Kinder mit körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung im schulischen Alltag. Sie sind eine häufig auch langfristig eingesetzte Unterstützungsleistung der Sozial- bzw. der Jugendhilfe. Seit dem Jahr 2008 steigt der Bedarf an Schulbegleitungen und die damit verbundenen Kosten im Kreis Pinneberg kontinuierlich. Gleichzeitig hat sich der Verwaltungsaufwand für die Bewilligung, Hilfeplanung und Abrechnung in einem erheblichen Maße erhöht.

Der Kreistag hat die Kreisverwaltung daher im Jahr 2015 beauftragt, ein neues Konzept zur Umsteuerung von Schulbegleitungen zu erarbeiten. Dieses Konzept soll zum Ziel haben, den individuellen Unterstützungsbedarf von Kindern in den Mittelpunkt zu stellen und gleichzeitig durch eine deutliche Reduzierung des Antrags-, Abrechnungs- und Steuerungsaufwandes bei gleicher Qualität Einsparungen zu generieren.

Mit dem nun zum Schuljahresbeginn startenden Modellprojekt für die ersten und zweiten Klassen der Jugendamtsregion Tornesch/ Uetersen setzt der Kreis Pinneberg, gemeinsam mit dem Schulamt des Kreises, den beteiligten Schulen und dem mit der Leistung beauftragten Träger „Familienräume Karin Struckmeier", dieses neue Konzept modellhaft um. Dies geschieht im Rahmen des Projektes QSUS (Qualitätsentwicklung schulischer Unterstützungssysteme). Ziel des modellhaften Vorgehens ist, Erfahrungen mit der neuen Systematik zu sammeln, um bei politischer Zustimmung, eine zügige und weitgehend reibungslose Ausweitung der „Poolfinanzierung" auf alle Regionen und Schularten zu ermöglichen.

Verantwortlich zeichnen hier:

  • Maja Hatje, Leiterin der Grundschule Birkenallee
  • Dirk Janssen, Schulrat
  • Isabell Stoll, Familienräume Karin Struckmeier
  • Raphael Krause, Familienräume Karin Struckmeier
  • Christiane Timmermann, kommissarische Leitung Fachdienst Soziales
  • Christoph Helms, Leiter Jugendamt
  • Sarah Köhnke vom Team Sozialplanung und Steuerung des Kreises Pinneberg
  • Bettina Michaelsen, Leiterin des Förderzentrums

Hintergrundinformation

Das System Schule ist durch stetig steigende Anforderungen gekennzeichnet. So gibt es heutzutage eine Vielzahl unterschiedlicher Professionen, die innerhalb einer Schule tätig sind, die Schule ist zu einem Ort multiprofessioneller pädagogischer Kompetenz geworden (Lehrerinnen und Lehrer der Regelschulen, Sonderpädagogen der schulischen Erziehungshilfen und Förderzentren, Schulbegleitungen, Integrationshelfern, Schulsozialarbeiter und Schulassistenten, Mitarbeiter des offenen, bzw. gebundenen Ganztages etc.).

Aufgabe der Schule ist es daher, diese verschiedenen Verantwortungsbereiche bzw. Hilfeleistungen möglichst wirksam zu kombinieren und zu koordinieren um größtmögliche Effizienz zu erreichen.

Die umfassenden Bemühungen zusätzliche Mittel/ Kräfte in Schule zu bündeln und der daraus resultierende erheblich gestiegene finanzielle Aufwand hat dabei aus Sicht der beteiligten Fachleute leider nicht im selben Maße auch zur qualitativen Verbesserung der schulischen Teilhabe der betroffenen Kinder und Jugendlichen geführt.

Daher werden das Schulamt, die Jugendhilfe und die Eingliederungshilfe des Kreises Pinneberg noch enger als bisher zusammenarbeiten. Die bisher eher getrennt regulierten finanziellen und personellen Ressourcen sollen zukünftig gebündelt und enger koordiniert werden.

Zielgenaue und abgestimmte Unterstützungsleistungen sollen es den Schulen er-möglichen, inklusives Lernen zu verbessern und dadurch die umfassende Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Förderbedarfen zu gewährleisten.

Dies geschieht im modellhaft im Rahmen des Projektes QSUS (Qualitätsentwicklung schulischer Unterstützungssysteme), in der Region Uetersen / Tornesch (Versorgungsbereich des Förderzentrums Uetersen). Durch dieses Projekt sollen erste Erfahrungen in der Eingangsstufe (1. und 2. Klasse) gesammelt werden. Die Unterstützung richtet sich an Kinder, die aufgrund von körperlichen, geistigen und/oder seelischen Beeinträchtigungen in ihrer Teilhabe an schulischer Bildung eingeschränkt sind.

Die Vorteile des neuen Poolmodells liegen auf der Hand, ein Beispiel:

Bei Krankheit eines zu betreuenden „Poolkindes", steht die Schulbegleitung für andere Kinder zur Verfügung. Bei Erkrankung eines Schulbegleiters kann eine Vertretung, nach Rücksprache mit den Koordinatoren und Schulleitungen, innerhalb des Poolmodells erfolgen.

Im Ergebnis sollen die Aktivitäten von Schulbegleitungen, Integrationshelfern, Schulsozialarbeiter und Schulassistenten gezielter koordiniert und mit den klassischen schulischen Kräften abgestimmt werden.

Auch soll personelle Kontinuität der Unterstützer gewährleistet sein, u.a. auch durch feste Zuordnung der Schulbegleiter zu einer Schule. Dies führt dann bei Schulkindern, Lehrkräften und Kooperationspartnern zu mehr Verbindlichkeit und Sicherheit. Eine weitere Verbesserung soll eine deutliche Entlastung von Eltern sein, z.B. durch Reduzierung notwendiger Verwaltungsvorgänge bei Antrags- und Genehmigungsverfahren für Hilfen. Die schulischen Unterstützungsleistungen sollen in ihrer Qualität steigen und zu einer Minderung von Fallkostensteigerungen führen.

Das Modellprojekt startet am 01.08.2018 und ist zunächst auf ein Jahr befristet. Das Projekt wird durch ein intensives Monitoring begleitet. Der entsprechende Vertrag wurde am 26.06.2018 (siehe Bild) durch den Kreis Pinneberg und den Träger Familienräume Karin Struckmeier unterzeichnet.

 Pressemitteilung vom 29.06.2018 herunterladen...

 

 

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